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Mutterlust oder Mutterfrust? Warum die beste Mutter zuerst für sich selbst sorgt

  

1. Selbstfürsorge in der Mutterschaft

 

Na, wie geht es Ihnen, wenn Sie diesen Satz lesen:

 

„Die beste Mutter sorgt zuerst für sich selbst.“

 

Löst der Satz ein warmes, zustimmendes Gefühl aus? Und kommt Ihnen die Idee:"Endlich hat es mal jemand verstanden!"? Oder schnellt innerlich eher ein „Ähm … bitte was?!“ nach oben? Vielleicht begleitet von einer Mischung aus Skepsis, latentem schlechten Gewissen und einem stillem Wunsch nach: „Ja, das wäre schön … aber wie denn bitte?“

Wenn Sie sich angesprochen fühlen, sind Sie in guter Gesellschaft.

 

2. Ein Satz, der provoziert – und das aus gutem Grund

 

In meiner Praxis habe ich diesen Satz einigen Müttern bereits vorgelegt, inklusive mir selbst. Und fast immer sehe ich ähnliche Reaktionen:

 

- Ungläubigkeit

- Widerstand

- ein Ansatz von Humor („Ja klar, und es gibt auch Einhörner!“)

- und manchmal sogar eine gewisse Härte gegen die eigenen Bedürfnisse

 

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich sagen:Auch Väter dürfen sich angesprochen fühlen. Elternschaft ist keine rein weibliche Angelegenheit und emotionale Überlastung schon gar nicht. Viele der gesellschaftlichen und inneren Erwartungen treffen Frauen allerdings besonders häufig. Und genau darüber sprechen wir heute.

 

3. Warum Widerstände völlig normal sind

 

Wir wachsen mit der Idee auf, dass „gute Mütter“ unermüdlich, grenzenlos und selbstlos sind. Viele von uns haben Rollenmodelle erlebt, die sich dauerhaft aufopfern – und das wird oft sogar gelobt.

Kein Wunder also, dass der Gedanke an Selbstfürsorge manchmal wie ein Verrat wirkt. Doch an dieser Stelle liegt ein Denkfehler:

 

Es geht nicht um Egoismus. Es geht um Fürsorge. Und um Vorbildwirkung.

  

Mütter (und Väter) sind Menschen – mit Bedürfnissen, Grenzen und Kapazitäten. Und niemand kann dauerhaft geben, wenn er selbst leer ist.

 

4. Warum eigene Bedürfnisse mehr als „nice to have“ sind

 

Viele Mütter höre ich diese oder ähnliche Sätze sagen: 

 - „Ich hab dafür keine Zeit.“

 - „Das ist nicht so wichtig.“

 - „Erst die Kinder, dann ich.“

 Doch wenn wir schärfer hinschauen, hat Selbstfürsorge zwei Komponenten:

 

Die persönliche Komponente: Ich als Mutter – ich als Mensch

Wenn ich gut schlafe, regelmäßig esse, soziale Kontakte habe, mich bewege, Pausen mache, auf meine Grenzen achte – dann profitiere zunächst einmal ich selbst. Vielleicht erinnern sich einige von Ihnen noch entfernt daran: an eine ausgeschlafene Zeit mit konstruktiven Ideen für den Tag und der Sauna nach dem Sport (und wer es ganz auf die Spitze getrieben hat, hat sich in der Ruhezone sogar noch einen "super-lecker-gesunden-Smoothie" bestellt). Im Ernst: Unter den positiven Bedingungen bin ich:

- präsenter

- gelassener

- emotional verfügbar

- geduldiger

- stabiler

- und insgesamt vielleicht die Version von Mutter/Vater, die ich eigentlich sein möchte. Und wer hat etwas davon, wenn ich gelassener bin? Genau! Unsere Kinder. 

 

Die Rollenmodell-Komponente: Was lernt mein Kind eigentlich von mir?

Kinder lernen nicht durch Appelle. Kinder lernen durch Beobachtung.

Und wenn ich möchte, dass mein Kind:

- selbstbewusst ist,

- gut auf sich achtet,

- Grenzen setzt,

- ein gesundes Körperempfinden hat,

- seine emotionalen Bedürfnisse ernst nimmt,

… dann braucht es ein Vorbild, das genau das vorlebt. Und wer kann das sein? Richtig! Ich. 

Ich habe in der Praxis oft erlebt, dass Mütter sich wünschen, ihr Kind würde „mehr auf sich selbst achten“, während sie gleichzeitig ihre eigenen Bedürfnisse missachten – meist unbewusst.

 

4. Der Perspektivwechsel: Es geht nicht um entweder – oder

 

Einige Mütter haben Angst, dass Selbstfürsorge bedeutet, weniger für ihre Kinder da zu sein oder egoistisch zu wirken. Aber lassen Sie uns die Sache aus der anderen Perpsektive betrachten. Indem ich gut für mich sorge …

 

- bin ich besser für andere da

- bin ich geduldiger

- kompensiere ich weniger

- reagiere ich weniger impulsiv

 

Viele Mütter sagen:

„Ich habe so viele Bedürfnisse – ich komme nur nicht dazu, sie zu spüren.“

Wir funktionieren so sehr im Außen, dass wir unser Innen aus den Augen verlieren – bis der Körper irgendwann sehr deutlich wird. 

5. Was Kinder wirklich brauchen

 

Kinder brauchen stabile Bezugspersonen, emotionale Präsenz, liebevolle Klarheit, Struktur, Humor, die Erfahrung, dass Fehler normal sind - und Erwachsene, die ihnen zeigen, wie man gesund und verantwortungsvoll mit sich selbst umgeht  

 

Fazit: Selbstfürsorge ist kein Luxus. Sie ist ein Erziehungsstil. Ein Lebensstil. Und ein Schutz.

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Wer für sich selbst einen Anker möchte oder Impulse in der eigenen Arbeit mit

Klienten/Patienten verwenden mag, dem kann ich die folgenden "Lebenskarten" empfehlen, bei denen sich auch der Hauptsatz dieses Artikels wiederfindet. 

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